Costa Rica
Wo der Ozean den Urwald küsst
Insights
Eines meiner Lieblingsländer, weil es sich leicht bereisen lässt und ich die Tier- und Pflanzenwelt unvergleichbar schön finde | Essen: muy rico! Koriander wird nach spätestens drei Wochen dein bester Freund sein | WC-Skala: 4/5 | Ein Soda ist kein Getränk, sondern ein Restaurant | Benzin ist auch in Costa Rica nicht gratis (ja, tatsächlich)
Highlights
Pipa fría am Strand schlürfen | An der Playa Carillo den Tag ausklingen lassen | Gallo Pinto und Casado essen | Am Rio Savegre einen Quetzal suchen | Während der Dämmerung die Geräusche der Natur auf einen wirken lassen | Sich vom Lächeln eines Faultiers anstecken lassen | In den Heliconias Garden Cabins herausfinden, wie Pura Vida geht

Roadtrip 2021
2 Wochen im Februar
Route und Anzahl Nächte
San José | 1
Savegre | 3
Bahía Drake | 4
Ojochal | 3
Manuel Antonio | 3
San José | 1
Bereits ein Jahr ist vergangen, seit die Welt angefangen hat, durchzudrehen und Menschen in Einkaufsläden sich um das letzte Toilettenpapier streiten. Reisen ist plötzlich unglaublich kompliziert oder gar unmöglich geworden, trotzdem brauchen wir eine Pause vom Covid-Alltag! Costa Rica ist zu dieser Zeit eines der einzigen Länder, wo man einreisen darf und das sogar ohne PCR-Test. Also nichts wie los! 🏝️
Seit unserer ersten Reise nach Costa Rica wurde der Flugplan ab Zürich erweitert und wir können direkt nach San José fliegen. Die erste Nacht verbringen wir wieder in der Nähe des Flughafens, ohne Absichten, die Stadt selbst nochmals zu besuchen, da sie uns schon 2016 nicht gefallen hat.
Am ersten Tag wird es gleich so richtig spannend, als wir unser Mietauto abholen wollen. Der Wagen, den wir gebucht haben, sei nicht verfügbar - wir bekämen aber eine gute Alternative. Ein Kleinbus mit zwölf Plätzen, ohne Allrad und absolut nicht unseren Vorstellungen entsprechend. So gehen die Diskussionen los, ein bisschen Englisch-Spanisch-Italienisch-fluchend auf Schweizerdeutsch... mit Händen und Füssen. Uns wird versprochen, sie würden das gebuchte Fahrzeug am nächsten Tag bringen, in unser Hotel, das fast 2 1/2 Stunden südlich von San José liegt. Ja natürlich, und wir sind gestern auf einem rosa Eisbären vom Nordpol angereist. Nach einer guten Stunde sind wir dann doch startklar, der bisherige Vertrag wird annulliert und wir können nebenan ein anderes Auto mieten.
Auf dem Weg Richtung Süden halten wir an einer Tankstelle. Wusstet ihr eigentlich, dass Benzin in Costa Rica gratis ist? Zumindest, wenn man denkt, man hätte für eine Cola und Benzin bezahlt, weiterfährt, nach ein paar Minuten anfängt zu rechnen und feststellt, dass 500 Colones nicht mal ein Schweizer Franken sind. Mist, wir haben das Benzin geklaut! 😂Natürlich fahren wir sofort zurück, zur Freude der Mitarbeiter, die lachend und winkend an der Tanksäule stehen. Andere Länder, andere Sitten und drei planlose, aber immerhin ehrliche, Schweizer Chicas... Bienvenidas a Costa Rica.
Unser erstes Ziel ist das Savegre Hotel & Spa beim Los Quetzales Nationalpark. Wir haben drei Nächte gebucht und sind schon bei der Ankunft begeistert von der Natur und der Umgebung. Es ist abgelegen und die Fahrt dorthin etwas abenteuerlich, aber es lohnt sich! Auf Wanderungen zum Wasserfall und durch den Nebelwald erkunden wir die Gegend, verbringen Zeit am Bach, bestaunen die vielen Vögel, Schmetterlinge, Blumen und die Landschaft und lassen die Seele baumeln. Es gibt gut ausgeschilderte Wanderwege, die direkt beim Hotel starten ("Los Robles" ist sehr empfehlenswert) und wir buchen eine Tour, um einen Quetzal (Göttervogel) zu sehen - zu unserer Freude mit Erfolg!


Nach drei Tagen geht unsere Reise weiter Richtung Süden. Unsere Unterkunft in der Nähe von Bahía Drake ist am einfachsten per Boot zu erreichen. Wir fahren über den Cerro de la Muerte nach Sierpe, wo es diverse Parkplätze gibt, auf welchen man das Auto für mehrere Tage abstellen kann. Für den Drake Bay Boat Shuttle gibt es inzwischen eine gute Homepage mit Infos und Ticketverkauf. Wir müssen zum "Tent Camp" (siehe boatschedule), von dort geht es zu Fuss in ca. fünfzehn Minuten zur Unterkunft. Ein einfaches Cabin wartet auf uns - es gab noch nicht viele Bewertungen, aber die Bilder sahen sehr schön aus und die Kommentare der bisherigen Gäste hatten uns überzeugt. Bereits die Anreise ist ein echtes Erlebnis, und unsere Erwartungen werden bei weitem übertroffen. Zudem haben wir selten so phänomenale Sonnenuntergänge gesehen!
Die Unterkunft hat leider keine eigene Website – ihr findet sie aber auf booking.com unter Garden of Heliconias Lodge oder als Heliconias Garden Cabins auf Google Maps. Wir wohnen quasi bei einer Familie im Garten, dürfen auf ihrer Terrasse essen (Elena ist eine ausgezeichnete Köchin) und bekommen viele Einblicke in die Region und das Leben vor Ort. Dabei kommen auch unsere Spanischkenntnisse voll zum Einsatz. Wir beobachten Aras, Tukane, Pelikane und viele weitere Vögel, und die traumhaften Strände haben wir oft ganz für uns allein. Zu Fuss erkunden wir die Umgebung – entlang des Meeres, durch den Wald und über eine kleine Hängebrücke bis nach Bahía Drake. Am nächsten Tag geht es in die entgegengesetzte Richtung zum Río Claro. Im Soda direkt neben den Cabins gönnen wir uns einen Drink, der nicht nur „dulces sueños“ heisst, sondern auch genau das hält, was er verspricht 😉. Den Corcovado National Park lassen wir aus – was wir im Nachhinein bereuen. Ein guter Grund also für ein drittes Costa-Rica-Abenteuer!
Die Tage bei David und Elena verstreichen wie im Flug und schon sind wir unterwegs zurück nach Sierpe. Unser Weg führt jetzt nach Norden, zuerst in die grünen Hügel von Ojochal und weiter nach Manuel Antonio. Ca. fünfzehn Minuten nördlich von Ojochal liegt die "La Cusinga Lodge". Ein Besuch lohnt sich sehr, auch wenn man nicht dort übernachtet. Es gibt eine Bar mit leckeren Drinks und schöner Aussicht auf das Meer. Ausserdem gibt es auf dem Gelände einen natürlichen Pool (la poza). Bei einem Spaziergang lässt sich die Umgebung erkunden, und durch den Wald gelangt man zur Playa Arco – für mich einer der schönsten Strände überhaupt!

Am Eingang zum Manuel Antonio National Park wird uns klar, welches Privileg wir haben, während Corona hier zu sein. Der Eingangsbereich erinnert an eine Miniversion von Disneyland und wir sind froh, die vielen Touristen nicht miterleben zu müssen. Wir buchen einen Guide, was sehr empfehlenswert ist, wenn man Tiere sehen möchte. Sie wissen genau, auf welchen Bäumen die Faultiere gerne schlafen oder wo ein Vogel, den man kaum sieht, selbst wenn man weiss, dass er da sitzt, gerade nistet. Allgemein erfährt man viel über Flora und Fauna und die Feldstecher der Guides bieten sich an, die Tiere ganz nah zu sehen und sogar mit dem Handy zu fotografieren (funktioniert erstaunlich gut!).
Mit dem Ende der Reise rückt auch der mühsamste Teil näher, denn wir müssen für die Einreise in die Schweiz einen PCR-Test vorweisen. Wir hatten uns vorab informiert und fahren für die Prozedur nach Quepos. Der Test selbst ist schnell erledigt, das Warten auf das Ergebnis braucht aber viel Nerven, Alkohol und Kuchen. Immerhin wurde "negativ" mit Corona zu etwas Positivem und wir dürfen nach Hause fliegen.
Auch die zweite Reise war ein unvergessliches Erlebnis und ich kann mich nur wiederholen. Nos vemos, Costa Rica!
Roadtrip 2016
3 Wochen im Februar & März
Route und Anzahl Nächte
San José | 1
Tortuguero | 2
Poasito | 1
La Fortuna | 3
Bijagua, Tenorio | 2
Conchal | 1
Sámara | 2
Montezuma | 3
Monteverde | 2
San José | 1
Wir fliegen von Zürich nach San José mit einem Zwischenstopp in Madrid. Mit Iberia bin ich bisher noch nie gereist – aber ehrlich gesagt ist mir die Airline ziemlich egal, solange sie sicher ist. Langstreckenflüge sind eben genau das: lang. Nach ein paar Stunden beginnt man sich über den schnarchenden Sitznachbarn zu nerven, über das Kind hinter einem, das ununterbrochen am Sitz herumspielt – und noch mehr über dessen Eltern, die nichts dagegen tun. Die Beine fühlen sich plötzlich zu lang an, der Hintern wird langsam taub, und irgendwo im Kopf meldet sich dieser imaginäre Esel von der Rückbank und fragt immer wieder: „Sind wir schon da?“ (ein kleiner Shrek-Moment).
Die erste Nacht verbringen wir in der Nähe des Flughafens von San José. Am nächsten Morgen werden wir früh abgeholt, um unsere Tour in den Tortuguero-Nationalpark zu starten. Ein Bus bringt uns bis nach La Pavona, wo wir auf die Boote umsteigen. Mein erster Gedanke? Spätestens in einer Stunde werde ich mir wünschen, ein „Ich hasse Menschen“-T-Shirt dabeizuhaben, weil der Park hoffnungslos überfüllt ist. Doch kaum legt das Boot ab, verfliegt dieses Gefühl schnell. Die beeindruckende Landschaft und die Tiere, die wir unterwegs entdecken, ziehen uns sofort in ihren Bann. Als wir schliesslich an der kleinen Anlegestelle unserer Lodge ankommen und unsere Zelthütten beziehen, wird das Abenteuer noch besser – wie könnte man diesen Ort nicht lieben? Wir bleiben zwei Nächte, unternehmen geführte Wanderungen durch den Regenwald und erkunden die Kanäle mit dem Boot. Dabei begegnen wir zahlreichen Tieren inmitten einer atemberaubenden Natur. Ein besserer Start in den Urlaub ist kaum vorstellbar!
Anstatt den ganzen Weg zurückzufahren, lassen wir den Mietwagen nach Guápiles bringen und beenden die geführte Tour nach dem Mittagessen im Restaurant El Ceibo. Es geht weiter nach Sarapiquí und anschliessend nach Poásito, wo wir die Nacht in einer Lodge mit Blick auf die Lichter von San José verbringen. Die Lage nahe dem Poás Volcano National Park ist ideal: Am Morgen sind erst wenige Besucher vor Ort, und wir müssen nicht lange warten, bis sich der Nebel lichtet und der Blick auf den Krater frei wird. Auch ein Spaziergang zur „Laguna Botos“ lohnt sich.

Nächster Halt: La Fortuna. Auch wenn wir den Vulkan Arenal nie ganz zu Gesicht bekommen, gefällt uns die Region sehr gut. Wir verbringen einen entspannten Tag in den „Ecotermales“ und erkunden den Nationalpark in der Nähe des Cerro Chato zu Fuss. In der Lake Arenal Jungle Brewery gönnen wir uns ein Biertasting. Danach denken wir, es sei eine gute Idee, am See entlang – oder sogar rundherum – zurück nach La Fortuna zu fahren. Die Strassen sind jedoch in so schlechtem Zustand, dass wir irgendwann umekehren müssen.
Auf dem Weg Richtung Nicoya lohnt sich ein Zwischenstopp in Bijagua mit zwei Übernachtungen und einem Besuch des Rio Celeste im Tenorio Nationalpark. Wir starten früh und wandern entlang des Flusses bis zum Wasserfall – die Tour dauert knapp zwei Stunden. Unterwegs sehen wir Nasenbären und eine Schlange, und auch die Natur sowie die Farbe des Wassers sind beeindruckend. Als wir im Hotel ankommen, hängt sogar die Beleuchtung unseres Autokennzeichens herunter – so viel zu den Strassenverhältnissen 😉. Casitas Tenorio B&B ist eine der besten Unterkünfte unserer gesamten Reise und bei einem Rundgang auf dem Grundstück gibt es viel zu entdecken!

Der Strand ruft! Nachdem wir die üppig grüne Natur von Bijagua verlassen haben, verändert sich die Landschaft auf dem Weg zur Nicoya-Halbinsel deutlich. Alles wirkt trocken und ganz anders als in der Woche zuvor. Wir verbringen eine Nacht in Playa de Coco, das ich in unseren Reisezielen 2016 gar nicht erwähnt habe. Es ist einer der unauthentischsten Orte, die wir in Costa Rica erleben und daher auch einer der letzten, an die wir jemals zurückkehren würden. Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Süden nach Conchal, gehen am Strand von Brasilito spazieren und essen in einem Soda ein Casado. PURA VIDA!
Auf dem Weg nach Sámara halten wir in einem Restaurant für eine Pause und etwas zu trinken und parken direkt vor dem Eingang. Als wir zurückkommen, merken wir, dass offenbar jemand versucht hat, das Auto aufzubrechen – im Schlüsselloch steckt ein Gegenstand. Da das Auto nur ein einziges Schlüsselloch hat und keine Zentralverriegelung, müssen wir fast drei Stunden warten, bis jemand kommt, der das Schloss ausbaut und wir weiterfahren können. Europcar stellt uns noch am selben Abend ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung. So etwas kann grundsätzlich auch in Europa passieren, deshalb empfinden wir die Situation nicht als beängstigend – wir haben aber definitiv mehr Glück als Verstand, denn unsere Pässe waren im Kofferraum! Sámara ist ein netter kleiner Ort mit schönen Stränden und vielen Restaurants & Bars – besonders die Playa Carillo sollte man sich nicht entgehen lassen.

Unsere letzten Strandtage verbringen wir in Montezuma (auch „Montefuma“ genannt). Wir bleiben vier Nächte im Hotel Amor de Mar und haben ein kleines Häuschen ganz für uns. Die Unterkunft ist genial, mit einem wunderschönen Garten direkt am Meer und einem Tidepool - da gehe sogar ich schwimmen! Im oberen Stock ist alles offen, und nachts hören wir das Meer rauschen – und einen „Glögglifrosch“, wobei ich euch diese Geschichte besser erspare 😉. Wir machen einen Tagesausflug nach Santa Teresa. Dort kann man surfen oder einfach am Strand entspannen und anderen dabei zuschauen, wie sie sich ihre Knöchel verstauchen (kleiner Insider, sorry).
Auf dem Weg zu unserem letzten Ziel dieser Reise, Monteverde, nehmen wir die Fähre von Paquera nach Puntarenas. Zwei Tage lang ist keine einzige Wolke am Himmel zu sehen – so haben wir uns die mystische Waldlandschaft und den sogenannten „Nebelwald“ eigentlich nicht vorgestellt. Der Spaziergang durch den Wald ist trotzdem wunderschön, und wir buchen eine Zip-Line-Canopy-Tour bei Aventura. Ob man dabei wie Superman fast 1,6 km über den Wald gleitet oder zum krönenden Abschluss beim „Tarzan-Swing“ vom Podest springt – hier ist für alle etwas dabei.
Und damit ist die Reise auch schon zu Ende: zurück nach San José und ab nach Hause. Drei Wochen sind ein guter Anfang, um dieses beeindruckende Land kennenzulernen, aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Nos vemos Costa Rica!
Steckbrief

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Lage: Mittelamerika, zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden
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Hauptstadt: San José
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Einwohnerzahl: ca. 5,2 Millionen
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Fläche: ca. 51.100 km²
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Amtssprache: Spanisch
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Währung: Costa-Rica-Colón (CRC)
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Klima: tropisch, mit einer Regenzeit (Mai–November) und Trockenzeit (Dezember–April)
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Natur & Landschaft: Regenwälder, Vulkane, Strände an Pazifik und Karibik, Nationalparks, vielfältige Tierwelt
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Tourismus: Beliebt für Ökotourismus, Wandern, Surfen, Vulkane, Regenwaldtouren und nachhaltige Reisen
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Infrastruktur: Gut ausgebaute Strassen in touristischen Regionen, solide Gesundheitsversorgung
Wanderful
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2016
2021
Fantastischer Nebelwald - Los Robles























































