Portugal Rundreise
- Sabine Lang
- 28. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Jan.
Mietwagenrundreise
2 Wochen ab/bis Lissabon
Juni 2022
Route und Anzahl Nächte
Covilhã (Serra da Estrela) | 2
Vilarinho dos Freires (Douro) | 3
Porto | 3
Arelho | 3
Lissabon | 3
✈️ Anreise und Serra da Estrela
Vor einem Jahr mussten wir die Reise nach Portugal verschieben, und können es kaum erwarten, sie doch noch in Angriff zu nehmen. Wir landen in Lissabon, die Vorfreude auf unser Abenteuer ist gross. Fast genau so gross wie die Schlange am Mietwagenschalter - uff! Schliesslich klappt alles und wir machen uns direkt auf den Weg zu unserem ersten Ziel im Norden: Covilhã.
Ein portugiesischer Freund fragte mich, warum wir ausgerechnet dorthin wollen – seine Grossmutter komme aus Covilhã, und es gebe dort „nichts“. Doch wie man so schön sagt, liegt das immer im Auge des Betrachters 😉. „Nichts“ bedeutet in diesem Fall: kaum bekannt, wenig Touristen und dadurch sehr authentisch - also genau unser Ding!
Wir beziehen unser kleines, sehr stilvolles Hotel mit schönem Aussenbereich und einem hervorragenden Restaurant. Bei einem Spaziergang durch den Ort begegnen wir zum ersten Mal einem Kunstwerk von Bordalo Segundo (Bordalo II) – Street-Artist und „Artivist“. Eine Eule aus Schrott ziert eine Hausmauer und zieht sofort alle Blicke auf sich. Ich liebe seine Kunst, und im Laufe unserer Reise werden wir ihr noch öfter begegnen. Vorbei an einer blau gekachelten Kirche schlendern wir weiter zum Dorfplatz, wo wir einen Apéro geniessen – das Trinkgeld „kostet“ am Ende fast mehr als Wein und Bier zusammen.
Am nächsten Tag starten wir eine lange, anstrengende Wanderung durch die Serra da Estrela. Die Landschaft ist fantastisch, geprägt von gelben Blüten, kleinen Seen, felsigen Pfaden und Ausblick auf die umliegenden Berge. Ohne AllTrails wären wir wohl nie angekommen und sind danach ziemlich erledigt aber sehr zufrieden - jeder Schritt hat sich gelohnt! Am Nachmittag erholen wir uns am Pool und lassen die Eindrücke wirken.
🍇Weitblick im Dourotal
Wir fahren ins Douro-Gebiet und beziehen für drei Nächte das Hotel Casa do Romezal, eine kleine Oase mitten in den Reben. Umgeben von endlosen Weinbergen geniessen wir die wohltuende Ruhe – ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Wir spazieren durch die steilen Hänge und lassen den Blick über das Tal und die eindrückliche Landschaft schweifen.
Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung des Weinbaus sind seit den 1960er-Jahren sind viele Menschen aus dem Dourotal in die Städte oder ins Ausland abgewandert, wo Arbeit, Ausbildung und medizinische Versorgung besser zugänglich sind. In den Dörfern leben heute vor allem ältere Menschen; bleiben Häuser leer, zerfallen sie oft, weil Renovationen sich nicht lohnen oder die Besitzer weit weg wohnen. Das Dourotal ist wunderschön, doch das Leben dort ist geprägt von harter Arbeit, heissen Sommern und wenig Infrastruktur.
Unser Ausflug nach Pinhão hinterlässt gemischte Gefühle. Die einstündige Bootsfahrt auf dem Douro ist zwar schön, doch vom Dorf selbst hatten wir uns weit mehr erhofft. Ein Besuch auf dem Weingut Sandeman, wo die Bar "wieso auch immer" gerade geschlossen ist, verstärkt den faden Beigeschmack. Auch die nächstgrössere Ortschaft Peso da Régua kann optisch nicht wirklich überzeugen. Umso mehr überraschen uns dafür die Restaurants: kleine, authentische Lokale mit ehrlicher, herzhafter Küche - einfach grossartig. Tasca da Quinta und Aneto & Table finden wir besonders empfehlenswert.
Bei einem Spaziergang durch Lamego entdecken wir ein paar schöne Ecken und mein persönliches Highlight bleibt der Sonnenaufgang in Galafura. Wir stehen sehr früh auf, fahren noch im Dunkeln zum Aussichtspunkt und werden mit einem traumhaften Start in den Tag über dem Douro belohnt. Einfach magisch, oder wie ich auf Schweizerdeutsch sagen würde - "do zieht's dr d'Schueh ab"! 😍
🌉Citytrip Porto
Unsere Freunde Sandra und Martin reisen aus der Schweiz nach Porto, um mit uns das Wochenende zu verbringen. Mit der Gondel schweben wir hinüber nach Gaia und spazieren anschliessend über die Ponte Luís I zurück. Von dort oben geniessen wir einen grossartigen Blick auf den Douro und die Altstadt.
Am nächsten Tag gehen wir zu Fuss bis ans Meer und beobachten staunend, wie die Wellen mit voller Wucht an den Leuchttürmen der Praia das Pastoras zerschellen. Wir fahren mit dem alten Tram in die Stadt und unternehmen eine Sechs-Brücken-Schifffahrt auf dem Douro - ein bisschen Touristen-Programm darf auch sein 😉. In der Pizzeria Bella Mia! ist zwar die Klimaanlage ausgefallen, doch das Essen macht alles wett: Der Salat wird im Pizzateig serviert – kreativ und überraschend gut – und Pizza wie auch Tiramisu katapultieren uns direkt in den siebten Himmel.
🏄♀️Auf in den Süden
Nachdem unsere Freunde abgereist sind, setzen wir unsere Reise Richtung Süden fort. In Nazaré legen wir einen Stopp ein und wandern hinauf zum Aussichtspunkt Miradouro do Sítio. Der Aufstieg lohnt sich: Oben bietet sich ein schöner Blick über die Bucht – auch im Sommer, wenn die Wellen deutlich ruhiger sind, absolut empfehlenswert.
Zum Mittagessen fahren wir weiter nach Alcobaça und später nach Foz do Arelho, wo wir im Cavalo de Madeira übernachten. Uns erwarten lange, fast menschenleere Strände, herrlich wild und unberührt. Am Morgen liegt oft noch Nebel über dem Wasser, der sich im Laufe des Tages langsam auflöst und die Küste in warmes, goldenes Licht taucht. An der Praia do Bom Sucesso lassen wir uns gleich zweimal von einem besonders schönen Sonnenuntergang verzaubern.
Zum Abendessen machen wir einen Abstecher ins kleine Städtchen Óbidos. Am nächsten Tag geht es ins Landesinnere nach Tomar, wo wir das Aqueduto do Convento de Cristo besichtigen. Das Aquädukt des Christusklosters, auch Pegões-Aquädukt genannt, ist ca. 6 km lang und wurde gebaut, um das Kloster aus vier verschiedenen Quellen mit Wasser zu versorgen.
🏰Lissabon und Sintra
Auf dem Weg nach Süden halten wir in Peniche und erreichen dann Lissabon, wo wir die letzten drei Nächte verbringen. Wir besuchen die LX Factory, schlendern durch den Timeout Market und spazieren entlang des Doca de Santo Amaro bis zum Torre de Belem. Am Abend nehmen wir ein Uber ins Kino und schauen uns den neuen Top Gun - Maverick an.
Bei einem Tagesausflug fahren wir mit dem Zug von Lissabon nach Sintra und erkunden die grüne, hügelige Umgebung. Zwischen Palästen, Wäldern und Aussichtspunkten entdecken wir immer wieder neue Perspektiven. Besonders beeindruckt hat uns das Castelo dos Mouros - hoch über der Landschaft eröffnet sich ein weiter Blick bis hin zur Küste – ein Highlight des Tages.
😑Abreise
Als wir zurück nach Hause fliegen, sind wir uns einig: Unsere Rundreise war fantastisch – abwechslungsreich, entspannend und voller schöner Momente.
Liebes Portugal - wir kommen bald wieder! ♥️
🏔️Wanderungen & Spaziergänge
Auf outdooractive findest du weitere Infos zu unseren Touren.
Serra da Estrela | |
Arelho | |
Nazaré | |
Sintra |
💡Lissabon oder Porto?
Porto würden wir jederzeit wieder besuchen, die Stadt ist wunderschön und hat sehr viel zu bieten - sie landet direkt in den "Top 5" meiner Lieblingsstädte in Europa! Lissabon ist auch schön, für mich hat es aber nicht denselben Charme wie seine nördliche Nachbarin. Vielleicht liegt es auch daran, dass es in den Gassen nach Bier riecht und überall Abfall liegt, da gerade das Santo António Festival zu Ende geht 😉




































































































































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