top of page

Calfeisental

  • Autorenbild: Sabine Lang
    Sabine Lang
  • 13. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juli

Nahaufnahme der Fassade der Alpwirtschaft Sardona mit Holzläden, Blumenkästen und dem typischen Schild «Alp Sardona»

Es gibt Täler, die man einfach kennen muss – und solche, auf die man zufällig stösst und sie entdecken möchte – eben weil sie fast niemand kennt. Das Calfeisental gehört zur zweiten Sorte und es lohnt sich!


Wer mit dem Auto anreist, sollte die Öffnungszeiten der Zufahrtsstrasse im Blick behalten: Die Strasse nach St. Martin ist nur zu bestimmten Zeiten für den Privatverkehr freigegeben. Ein Umstand, der das Tal zusätzlich vor Massentourismus schützt – und der dazu beiträgt, dass es so still und ursprünglich geblieben ist, wie es ist.


Auf dem Weg ins Tal passiert man den Gigerwaldstausee, dessen tiefblaues Wasser von mächtigen Felswänden eingerahmt wird. Der Stausee ist das Eingangstor zum UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona – ab hier beginnt offiziell das Calfeisental.


Mittendrin liegt St. Martin, eine ehemalige Walsersiedlung, die aussieht, als wäre die Zeit irgendwann einfach stehen geblieben. Kleine Holzhäuser, ein Kirchlein, ein Brunnen, Kieswege und ein Restaurant.


Wir wandern Richtung Messwinkel, dann hoch zum Obersäss und weiter zur Alpwirtschaft Sardona, bevor wir auf dem unteren Weg zurücklaufen. Während des ganzen Tages begegnen wir kaum jemandem.


Juni im Hochtal bedeutet Schneeschmelze. Die Bäche führen viel Wasser, und nicht überall gibt es eine Brücke. Was folgt, ist eine Art improvisiertes Bachüberquerungsprogramm: Stein für Stein abwägen, den besten Übergang suchen, abschätzen wie weit der nächste Tritt trägt – und hoffen, dass man trocken auf der anderen Seite ankommt.



Bei der Alp Sardona legen wir eine Pause ein, bevor es auf dem unteren Weg zurückgeht. Was anfangs harmlos wirkt, entpuppt sich bald als ausgewachsene Schlammstrecke. Der Boden ist fast durchgehend aufgeweicht, wir müssen aufpassen, dass die Schuhe nicht steckenbleiben – und manchmal rutscht man einfach weg. Meine Mom macht das besonders gründlich: ein Ausrutscher, und ihre Hose sieht aus, als hätte sie ein Schlammbad genommen.


Zurück in St. Martin: zum Glück haben wir andere Schuhe und ein Badetuch dabei, mit dem wir den Autositz abdecken können. Die Runde hat uns trotz allem sehr gefallen. Das Calfeisental ist voller kleiner Abenteuer, und die wunderschöne Landschaft hatten wir fast ganz für uns alleine.


  • Weite Talansicht der Alp Sardona mit Gebirgsbach, Holzbrücke, Alphütten und Bergpanorama

👉🏻 Eckdaten und Wanderkarte

Start

St. Martin SG

Ziel

St. Martin SG

km | Dauer

14.2 km | 04:55 h

Höhenmeter

↗️ 718 ↘️ 718

Anforderung

T2 | Mittel

Wanderkarte

Datum

12.06.2020


Ähnliche Beiträge

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page