Val Roseg - Fuorcla Surlej
- Sabine Lang
- 12. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Apr.

Es ist Ende September und ich fahre über den Albulapass nach Pontresina – zum Glück hatte ich eine Woche zuvor die Winterreifen montieren lassen, denn es schneit ziemlich stark. Pontresina liegt im Oberengadin, am Fuss der Berninagruppe, mit dem Piz Bernina – dem einzigen Viertausender der Ostalpen – direkt vor der Haustür.
Am nächsten Morgen liegt dichter Nebel über dem Tal. Auf der Fuorcla Surlej liegt frischer Schnee – wie viel und welche Verhältnisse auf den Wegen mich erwarten, weiss ich nicht. Im Hotel ist man überzeugt, dass es kein Problem sein sollte. Also nichts wie los.
Eine Freundin hat mir empfohlen, gehackte Nüsse mitzunehmen, um im Wald des Val Roseg Meisen zu füttern. Gesagt, getan – und ich habe Glück: Es kommen sogar Haubenmeisen direkt auf die Hand. Ein toller Start in den Tag.
Das Val Roseg ist autofrei und soll so bleiben – seit 1977 steht es unter Landschaftsschutz. Von swisstopo weiss ich, dass einer der Wege gesperrt ist, so gehe ich auf dem breiten Wanderweg, den auch die Pferdekutschen nutzen, talaufwärts. Der Nebel löst sich langsam auf, die ersten Bergspitzen tauchen auf. Ich folge dem Weg über eine Brücke und stehe plötzlich direkt am Fluss mit Blick auf das Bernina-Massiv. W-O-W.
Für die Verfärbung der Lärchen ist es noch zu früh – aber was will man mehr, als frisch gefallenen Schnee, blauen Himmel, rotverfärbte Heidelbeerbüsche und einen Tag für sich alleine in einer solchen Umgebung?
Im Hotel Roseg-Gletscher gönne ich mir eine Pause. Was sie an Kuchen und Desserts aufgetischt haben, ist der Wahnsinn – wäre der Aufstieg nicht noch vor mir, hätte sich mein Kaffee definitiv über Gesellschaft gefreut.
Der Aufstieg auf die Fuorcla Surlej fällt mir leichter als erwartet. Der Schnee ist gut zu bewältigen, ich habe Stöcke dabei und es gibt keine ausgesetzten Stellen. Es ist fast niemand unterwegs, und ich halte immer wieder an, um jeden Moment zu geniessen.
Auf der Fuorcla Surlej mache ich im Berghaus eine weitere Pause. An einem solchen Tag kann man sich nicht genug Zeit nehmen. Ein Stück Bündner Nusstorte später wandere ich weiter Richtung Corvatsch Mittelstation Murtèl, nehme die Gondel ins Tal und fahre mit dem Bus via St. Moritz zurück nach Pontresina.
Schon der erste Wandertag war ein Highlight und meine kurze Auszeit einer der besten Spontanentscheide des Jahres 2024.
Unbeschreiblich
Unvergesslich
Unfassbar
Unbezahlbar 💖

👉🏻 Eckdaten und Wanderkarte
Start | Pontresina |
Ziel | Corvatsch, Mittelstation Murtèl |
km | Dauer | 13.9 Kilometer | 04:50 h |
Höhenmeter | ↗️ 1'014 ↘️ 138 |
Anforderung | T2 | Schwer |
Wanderkarte | |
Datum | 29.09.2024 |
























super Bericht!