Windgällenhütte
- Sabine Lang
- 12. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Das Maderanertal liegt versteckt im Kanton Uri, am Fuss des Gotthardmassivs. Wer einmal da ist, fragt sich, warum man nicht öfter herkommt.
Wir parkieren unten in Bristen und fahren mit der kleinen Gondel hoch zur Bergstation auf 1'400 Metern. Ohne die Seilbahn käme man hier nur mit deutlich mehr Schweiss rauf – so ist man in wenigen Minuten oben und freut sich über den ersten Blick auf satte Bergwiesen und die Gipfel der Urner Alpen.
Wir nehmen den Aufstieg links, direkt und steil. Irgendwann im Hang kommt die Idee auf, ob wir 500 Höhenmeter in einer Stunde schaffen. Es ist heiss, zum Glück spendet der Hang etwas Schatten. Kaum gesagt, bereue ich es schon - solche Dinge muss man Remo (18-jährig und Fussballspieler) nicht zweimal sagen. Tatsächlich kann ich mehr oder weniger mithalten und wir schaffen es 🚀. Oben angekommen wird der Weg flacher und die Aussichten weiter. Alpenrosen links und rechts, und weit unten der Golzernsee.
Die Windgällenhütte liegt auf 2'032 Metern, eingebettet zwischen Gross Windgällen, Chli Windgällen und Gross Ruchen. Eine Hütte mit Geschichte – die erste wurde 1906 eröffnet und bereits ein Jahr später durch eine Lawine vollständig zerstört. Neu aufgebaut, diesmal mit Schutzmauer, und seither an einer der schönsten Lagen im Maderanertal. Wir kehren ein, essen und trinken etwas und geniessen die Aussicht von der Terrasse. An Tagen wie diesen…
Der Abstieg führt uns Richtung Golzernsee. Unterwegs passieren wir einen Barfussweg – eine nette Idee, theoretisch. Praktisch ist es so ungemütlich, dass man sich fragt, ob man ein Schwächling ist oder ob es schlicht und einfach schmerzhaft ist. Oder beides? 😉
Unten am See angekommen, geht Remo baden. Ich passe. Wasser ist nicht mein Lieblingselement – und dann sind da noch die Überraschungsbesucher, auf die ich gerne verzichte: Blutegel, die beim Einstieg im flachen Wasser sitzen. Grosse, nein riesige, eklige Dinger! Gefährlich sind sie eigentlich nicht, aber das macht sie optisch auch nicht einladender. Immerhin habe ich etwas dazugelernt – ich hatte keine Ahnung, dass solche Viecher auch in unseren Seen vorkommen.
Wir fahren mit der Gondel runter und verlassen das Maderanertal mit dem guten Gefühl einer runden Sache. Steiler Aufstieg, gemütlich weiter, gut gegessen, kurz gelitten beim Barfusspfad, im See abgekühlt, Blutegel überlebt und schöne Eindrücke gesammelt. Was will man mehr?
👉🏻 Eckdaten und Wanderkarte
Start | Golzern Bergstation |
Ziel | Golzern Bergstation |
km | Dauer | 9.4 Kilometer | 04:10 h |
Höhenmeter | ↗️ 720 ↘️ 720 |
Anforderung | T2 | Mittel |
Wanderkarte | |
Datum | 20.06.2025 |


































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